Die Heimat des 1.FC Köln - das Geißbockheim

Zwischenwerk VI b

Lage: Militärringstraße in Nähe der Berrenrather Straße
erbaut: 1876
Umgestaltung als grünes Fort nach dem Plan von Fritz Encke: 1923, Ausführung 1923-27
ursprüngliche Nutzung: Sportanlage
Besonderheit: An- und Umbauten; im vorgebauten Treppenhaus: ehemaliges Portal des Zwischenwerks
heutige Nutzung: Vereinsheim des 1. FC Köln (Geißbockheim)

Dort wo heute das Geißbockheim steht, hatte schon FC-Vorgängerverein Sülz 07 ab 1926 sein Clubhaus. Hier stand das sogenannte "Fort VI b", das Teil des im 18. Jahrhundert erbauten Verteidigungsrings um Köln war. Auf dem angrenzenden Aschenplatz spielten die unteren Senioren - und Juniorenmannschaften der "Rothosen", während die 1.Mannschaft in der Regel ihre Heimspiele in der Müngersdorfer Radrennbahn oder der Hauptkampfbahn bestritt.

Die überbaute Kehlkaserne – heute Geißbockheim, Clubhaus des 1. FC Köln

Bis 1953 nutzte der 1.FC Köln das "Fort VI b" als Vereinsheim, doch schon bald war es für den rasant wachsenden Verein zu klein. Schon im Jahre 1949 bildete der FC auf Anregung von Franz Kremer ein Sonderkonto zur "Schaffung einer Großsportanlage". 10 Prozent jeder Spieleinnahme der 1. Mannschaft wurden auf dieses Konto abgeführt. 1950 plante man erstmals konkret den Bau eines Sportparks mit Clubheim. Vom Plan, die Anlage auf dem alten KBC-Platz unweit des Geißbockheims am Militärring/Luxemburger Straße zu errichten, rückten die Verantwortlichen schnell ab und entscheiden sich für das Gelände rund um "Fort VI b, der Heimat von Sülz 07.

Im Sommer 1951 begannen mit der Anlage eines Rasenplatzes die Bauarbeiten zur Errichtung des  FC-Sportparks. Im Frühjahr 1952 wurde der Grundstein für das Geißbockheim gelegt. Besondere Verdienste in dieser Bauphase der spätere Präsident Oskar Maaß, der sich als Vorsitzender des Bauausschusses verdient machte. Am 12 September 1953 wurde das soeben fertiggestellte Geißbockheim eingeweiht. Die Gesamtbaukosten betrugen mehr als 250.000 DM, eine für die damalige Zeit sehr hohe Summe. Erste Pächter und damit verantwortlich für die Gastronomie war das Ehepaar Trautvetter. Das Geißbockheim samt der umliegenden Anlage war einmalig in Deutschland. Viele Vereinsvertreter aus den In-und Ausland holten sich im Kölner Grüngürtel im Laufe der Jahre Anregung.

Kurz vor der Fertigstellung-Das Geißbockheim im Jahr 1953

Erste Fußballmannschaft die am Geißbockheim gastierte, war kurioserweise der spätere Erzrivale Borussia Mönchengladbach, der nach dem Oberligaspiel am 13 September 1953 (3:0 für dem FC) zum Bankett geladen wurde. Am 15 September 1953 fand am Clubhaus die erste Jahreshauptversammlung statt. Viele Jahre lang war das Geißbockheim Schauplatz der Mitgliederversammlungen, bis es zu klein wurde und man in die Räumlichkeiten der Köln-Messe umzog. Im Juni 1959 erhielt das Haus eine zentrale Ölheizung. Zwei neue Rasen und ein neuer Aschenplatz wurden angelegt. Zusätzlich begann man mit dem Bau der Sporthalle und der Befestigung des Parkplatzes.

Für den "Boss" war am Geißbockheim immer ein Parkplatz reserviert

Auch die Außenterrasse und der Anbau für die Jugendabteilung entstanden. Zum August 1959 fand der Umzug der FC-Geschäftsstelle von der Luxemburger Straße ins Geißbockheim statt, wo sie bis zum Umzug ins Rhein Energie Stadion im Juni 2004 beheimatet blieb.

Im Juli 1959 wird die FC-Geschäftsstelle von Luxemburger Strasse 303 endgültig ins Geißbockheim verlegt.

Nach umfangreichen Renovierung und Neubauarbeiten wurde das Geißbockheim im Juli 1961 unter der Regie des neuen  Pächterehepaares  Heinz und Anni Rausch wieder eröffnet. Auch die Sporthall und die neuen Rasenplätze wurden ihrer Bestimmung übergeben. Zwei rauschende Meisterfeiern fanden 1962 und 1964 am Clubhaus statt. Im Dezember 1968 löste das Ehepaar Hans-Julius und Gertrud Röth die Familie Rausch als Pächter ab, doch schon im Frühjahr 1972 mussten sie aus gesundheitlichen Gründen die Führung des Hauses an die Eheleute Andre und Helga Lescroart weitergeben. Zusätzlich wurde FC-Vorstandsmitglied Herbert Noack ehrenamtlicher Geschäftsführer der für die Clubhausbewirtschaftung zuständigen "Geißbock Gaststätten GmbH". Eine der prägendsten Figuren im traditionsreichen Vereinsheim war Chefkoch Jupp Müller der von 1965 bis 2000 die Gäste bekochte.

Umkleideraum im Geißbockheim in den 60er Jahren.

Am 13 August 1997 wurde am Geißbockheim des 1. FC Köln der Grundstein für den Erweiterungsbau des neuen Lizenzspielertraktes so wie der FC-Jugenabteilung durch den damaligen Präsidenten Klaus Hartmann gelegt.

Richttfest des Erweiterungsbaus, 45 Jahre nach der Einweihung des Geißbockheims

Viele FC-Freunde reagierten enttäuscht, als sie das Ergebnis der Renovierung sahen. Am 20 Juli 2003 fand die letzte Saisoneröffnung am Geißbockheim statt, bevor man 2004 nach Müngersdorf ging. Im April 2009 kehrte die FC-Geschäftsstelle nach einem umbau am Geißbockheim in das neue Verwaltungsgebäude ein. 

Neue Schauseite: Die Erweiterung des Geißbockheims liegt als flacher Riegel zwischen dem Altbau und den Trainingsplätzen.

 

Stand: März 2010
Quellen: Tag der Forts Köln

Im Zeichen des Geißbocks - Verlag Die Werkstatt

Als der Geißbock Moped fuhr - Verlag Die Werkstatt

 

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