Helmut Schneider (07/52 - 05/53)

Geb.-Datum:  17.07.1913 - 13.02.1984

Geburtsort: Altrip /D

Gestorben: Mannheim /D

Nationalität:

In seinem ersten Jahr als reiner Fußballtrainer, der Altriper hatte in der DSHS in Köln unter Lehrgangsleiter Sepp Herberger im ersten Jahrgang 1948 die Fußball-Lehrer-Lizenz zusammen mit Fritz Langner, Hennes Weisweiler und Herbert Widmayer erworben, bestätigte er mit der Vizemeisterschaft 1950/51 den Titelgewinn des Vorjahres. Dadurch zog er erneut mit Fürth gegen Kaiserslautern, Schalke 04 und FC St. Pauli in die Endrunde ein. Herausragende Spieler der Fürther in der Ära Schneider waren Max Appis, Herbert Erhardt, Richard Gottinger, Karl Mai und Horst Schade. Der unruhige Fußball-Wanderer kehrte 1951 nach Mannheim zurück und übernahm das Traineramt beim dortigen VfR, der in der abgelaufenen Runde lediglich den 12. Rang belegt hatte. Trotz der 22 Tore des Neuzuganges Werner Basler vom 1. FC Kaiserslautern konnte Trainer Schneider nicht ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen. Der VfR Mannheim hatte mit 14:16 Punkten in der Vorrunde einen schwachen Start. Er verbesserte sich zwar in der Rückrunde auf 18:12 Zähler, mehr als der fünfte Platz kam damit aber nicht mehr zustande. Schneider unterschrieb nach einem Jahr beim VfR Mannheim als Nachfolger von Spieler-Trainer Hennes Weisweiler beim 1. FC Köln in der Oberliga West als Trainer für die Runde 1952/53. Dem Mann aus der Kurpfalz gelang es den Tabellenfünften der Runde 1951/52 auf Anhieb zur Vizemeisterschaft im Westen zu führen und damit auch den Einzug in die Endrunde zu erreichen. In den Spielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1953 hatten es die „Geißböcke“ mit Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel zu tun. Die Walter-Elf setzte sich in den Gruppenspielen durch und zog in das Finale ein. Säulen der Kölner Mannschaft waren die Spieler Frans de Munck, Paul Mebus, Georg Gawliczek, Josef Röhrig und Hans Schäfer.

Die Odyssee des Trainers Helmut Schneider führte ihn jetzt vom Kölner Dom in den Pfälzer Wald. Zur Runde 1953/54 übernahm er den FK Pirmasens in der Oberliga Südwest. Die Mannschaft vom Stadion Horeb an der Zweibrücker Straße, hatte unter dem neuen Trainer einen glänzenden Start und holte sich mit einem 2:1 Heimsieg vor 25.000 Zuschauern gegen den 1. FC Kaiserslautern auch die Herbstmeisterschaft. Am Schlusstag der Runde entschied Kaiserslautern am 11. April 1954 mit einem 4:0 Heimsieg im Betzenberg-Stadion gegen den bisherigen Tabellenführer FKP mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft in letzter Minute zu ihren Gunsten. Durch das Weltmeisterschaftsturnier 1954 in der Schweiz vom 16. Juni bis 4. Juli wurde nur eine reduzierte Deutsche Meisterschaft 1954 durchgeführt. Es nahmen nur die Oberligameister und der Südvize daran teil. Der Vizemeister aus dem Südwesten mit Torhüter Heinz Kubsch und Stopper Hermann Lang ging im Weltmeisterschaftsjahr leer aus. In seiner zweiten Saison in Pirmasens belegte Helmut Schneider mit dem FKP den 5. Platz und beendete damit seine Tätigkeit. Er hatte einen neuen Vertrag bei Borussia Dortmund unterschrieben.

Mit 30:30 Punkten hatte der Ballspielverein Borussia in der Saison 1954/55 fünfzehn Punkte Rückstand zum Westmeister Rot-Weiss Essen aufzuweisen gehabt. Es wurde der Trainer ausgewechselt und auf die Qualitäten des erfolgreichen Helmut Schneider gesetzt. Er hatte Fürth, Köln und Pirmasens in den Oberligen nach vorne gebracht. Der Spielerkader wurde mit dem Heimkehrer Helmut „Jockel“ Bracht von der SpVgg Herten und dem 20-jährigen Talent Alfred Schmidt von SpVgg Berghofen punktuell ergänzt. Schmidt, vom Dortmunder Vorortverein an den Borsigplatz gewechselt, hatte aber eine einjährige Wechselsperre abzusitzen und konnte erst in der Runde 1956/57 das neue Team von Trainer Helmut Schneider verstärken. Die Elf vom Stadion Rote Erde holte zuerst die Meisterschaft in der Oberliga West vor Schalke und Aachen. Die „drei Alfredos“, hatten dazu 63 Tore beigesteuert. Das BVB-Innentrio mit Alfred Preißler (17 Tore), Alfred Kelbassa (22 Tore) und Alfred Niepieklo (24 Tore) harmonierte prächtig und war zudem extrem torgefährlich. Durch das bessere Torverhältnis gegenüber dem punktgleichen Hamburger SV zogen die Dortmunder in der Endrunde in das Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1956 gegen den Karlsruher SC ein. In Berlin gewann Helmut Schneider mit seiner Mannschaft das Endspiel mit 4:2 Toren. In der zweiten Saison avancierte der nun spielberechtigte „Aki“ Schmidt zum Stammspieler (28 Spiele – 13 Tore) und verdrängte Niepieklo mit 15 Einsätzen und lediglich einem Treffer zumeist auf die Ersatzbank. Als der spielerisch überzeugende Halbstürmer durch Bundestrainer Sepp Herberger im April 1957 auch noch in die Nationalmannschaft berufen wurde, war der Positionswechsel deutlich vollzogen. Nach der Titelverteidigung in der Oberliga West stand im Juni 1957 die Endrunde an. Nur im ersten Gruppenspiel beim 2:1 Erfolg in Ludwigshafen gegen Kickers Offenbach (Torschützen Niepieklo und Schmidt) setzte Trainer Schneider den Jungnationalspieler Alfred Schmidt ein. Gegen Kaiserslautern und Hertha BSC Berlin (2:1 Sieg durch zwei Niepieklo-Treffer) spielte ebenso wie am Finaltag gegen den Hamburger SV die komplette Meistermannschaft des Vorjahres. Das Endspiel gewannen die Schneider-Schützlinge mit 4:2 Toren. Wiederum hatte Niepieklo zwei Treffer erzielt.

Im Oktober und November 1956 hatte Helmut Schneider mit seinem Team im neuen Wettbewerb des Europacups die Kräfte mit Manchester United gemessen. Dabei setzte sich die Mannschaft von Matt Busby knapp durch. Der Meistertrainer des zweifachen Titelträgers Borussia Dortmund, Helmut Schneider, verließ die Stätte seines Triumphes, nahm Helmut Kapitulski mit und zog wieder zurück nach Pirmasens in die Oberliga Südwest.


In Pirmasens hatte es in der Runde 1956/57 lediglich zu Platz acht gereicht. Die Hoffnung auf Besserung gründete sich deutlich auf die Person des Rückkehrers Helmut Schneider. Mit drei Meistertiteln in den Jahren 1958, 1959 und 1960 konnte Helmut Schneider die in ihn gesetzten Hoffnungen im Südwesten erfüllen. Auch die Personalie Helmut Kapitulski entwickelte sich zu einem Volltreffer. In den Endrunden wurden dem dreifachen Südwestmeister aber die sportlichen Grenzen aufgezeigt. Nach dem 5. Platz in seiner vierten Saison 1960/61 unterschrieb Schneider beim FC Bayern München einen neuen Vertrag und wechselte Liga und Stadt.

Bei den Bayern hatte schon deutlich die Drucksituation wegen der Nominierung zur Bundesliga für die Runde 1963/64 Einzug gehalten. Mit weiteren achten Rängen wie in der Runde 1960/61 konnte das Ziel der Aufnahme in diese neue Spitzenliga nicht realisiert werden. Helmut Schneider erreichte in den zwei abschließenden Oberligarunden jeweils den 3. Rang, hatte die Bayern unter die ersten fünf der Liga geführt und damit seinen Ruf als Erfolgstrainer bestätigt. Der DFB nominierte aber den Stadtrivalen TSV 1860 München für die Bundesliga, der in der Saison 1962/63 den Titel im Süden gewann. Personell hatten unter der Trainingsleitung von Helmut Schneider die talentierten Stürmer Dieter Brenninger und Rainer Ohlhauser sowie die Defensivkräfte Adolf Kunstwadl und Peter Kupferschmidt den Einzug in die Stammformation gehalten. Der FC Bayern musste den Umweg über die Regionalliga Süd versuchen, Helmut Schneider ging zum 1. FC Saarbrücken und gelangte damit direkt in die Bundesliga.

Der 1. FC Saarbrücken wurde in der Runde 1962/63 in der Südwestoberliga hinter dem 1. FC Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen, FK Pirmasens und Wormatia Worms Fünfter und zusammen mit der Betzenbergelf für die Bundesliga nominiert. Als Neuzugänge kamen Heinz Steinmann von SW Essen, Werner Hölzenbein von TuS Neuendorf und Werner Rinas von Hamborn 07 in das Ludwigsparkstadion. Die sportliche Konzentration des deutschen Vereinsfußballes im Debütjahr der Fußballbundesliga 1963/64 erwies sich für die neue Truppe von Helmut Schneider als zu leistungsstark, die Saarbrücker stiegen zusammen mit Preußen Münster ab. Im Januar 1965 ereilte der Hilferuf aus dem Karlsruher Wildpark den ehemaligen Erfolgstrainer der Oberliga-Ära. Als Nachfolger von Kurt Sommerlatt übernahm er ab dem 27. Januar 1965 nach dem 19. Spieltag den Karlsruher SC auf dem 16. Tabellenplatz mit 13:25 Punkten. Am Rundenende blieben Schalke und Karlsruhe nur durch eine Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine vom Abstieg verschont. Nach der 2:5 Niederlage bei Hannover 96 am 16. Oktober 1965 wurde Helmut Schneider in Karlsruhe mit 2:14 Punkten entlassen. Die dritte und letzte Möglichkeit in der Bundesliga an die vergangenen Oberligaerfolge anzuknüpfen hatte er durch sein Engagement bei Borussia Dortmund ab dem 17. Dezember 1968. Aber auch hier wurde bereits nach acht Spielen am 17. März 1969 seine Kündigung ausgesprochen.
 

 

 

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