Hans „Hennes“ Weisweiler

Spielertrainer: 07/48 - 06/52

(07/55 - 06/58 und 07/76 - 04/80)

Geb.-Datum:  05.12.1919 - 05.07.1983

Geburtsort: Erftstadt-Lechenich /D

Gestorben: Aesch /CH

Nationalität:

Hennes Weisweiler war ein guter, aber kein spielerisch besonders herausragender Fußballspieler. Er begann in seinem Heimatort beim VfB Lechenich und wechselte 1935 in die Jugendmannschaft des Kölner BC, eines der beiden Vorläufervereine des 1. FC Köln. Zwei Jahre später debütierte er in der Seniorenmannschaft beim Gauliga-Derby gegen den VfL Köln 1899. In dieser Zeit erhielt er auch seinen Spitznamen „Hennes“. Der Zweite Weltkrieg unterbrach seine Fußballerlaufbahn. Nach dem Krieg begann er wieder in Lechenich, ging aber bald erneut zum Kölner BC. Als dieser 1948 mit der SpVgg Sülz 07 zum 1. FC Köln fusionierte, gehörte Hennes Weisweiler zur ersten Elf, die für den FC auflief.

Bereits 1947 hatte Weisweiler an Sepp Herbergers erstem Trainerlehrgang an der Deutschen Sporthochschule Köln teilgenommen, seine erste Trainerstelle hatte er beim VfR Flamersheim (Ortsteil von Euskirchen). Als Honorar wurde er mit Lebensmitteln versorgt. Seine professionelle Trainerkarriere begann beim 1. FC Köln, wo er schon nach wenigen Monaten vom Spieler zum Spielertrainer aufstieg. Unter Weisweilers Regie gelang 1949 der Aufstieg in die Oberliga West, in der sich der Verein schnell etablierte. Nach Weisweiler wurde der Geißbock (das Maskottchen des 1. FC Köln) Hennes benannt.

1952 verließ er den Klub, beendete seine Spielerlaufbahn und wechselte zum Rheydter Spielverein, den er als Trainer in die Oberliga West zurückführte. Von 1955 bis 1958 trainierte er nochmals den 1. FC Köln. Das Verhältnis des eigenwilligen Übungsleiters zum mächtigen Vereinspräsidenten Franz Kremer war oft gespannt. 1958 ging er zum Stadtrivalen Viktoria Köln, konnte aber dort nicht an seine Erfolge beim FC anknüpfen. Von 1957 bis 1970 übernahm er in Nachfolge des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger die Trainerausbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln. 2005 wurde die Trainerausbildungsstätte an der Deutschen Sporthochschule in Köln zu seinen Ehren „Hennes-Weisweiler-Akademie“ benannt.

1964 wurde er hauptverantwortlicher Trainer beim damaligen Regionalligisten Borussia Mönchengladbach. Er führte die junge talentierte Mannschaft bereits in seiner ersten Saison in die Bundesliga. Im Kader der ersten Bundesligasaison standen mit Berti Vogts, Günter Netzer und Jupp Heynckes bereits die Säulen für spätere Erfolge. Allerdings pflegte er zu Günter Netzer eine Hassliebe, die in seinem Ausspruch: "Abseits ist, wenn das lange Arschloch zu spät abspielt" ihren Ausdruck fand. Weisweiler entdeckte dazu immer wieder neue Talente für seinen Klub, und schnell sprach man von der „Fohlen-Elf“, eine Bezeichnung, die Borussia Mönchengladbach bis heute begleitet.

Seine junge Mannschaft etablierte sich schnell im Oberhaus des deutschen Fußballs und wurde 1970 unter ihm zum ersten Mal deutscher Meister. Mit diesem Titel begann die Rivalität zwischen Mönchengladbach und dem FC Bayern München, den beiden besten deutschen Fußballvereinen der 70er Jahre. Ihre Trainer, Weisweiler in Mönchengladbach und Udo Lattek in München, bestimmten den Stil des deutschen Fußballs. Lattek wurde 1975 dann auch folgerichtig Weisweilers Nachfolger am Bökelberg. Bis dahin verteidigte Weisweiler 1971 den deutschen Meistertitel, fügte 1973 den DFB-Pokalsieg hinzu, und zum Abschied stand er auf dem Höhepunkt seiner Zeit in Mönchengladbach mit dem dritten deutschen Meistertitel und dem Sieg im UEFA-Pokal. Heute liegt das 2004 neu erbaute Stadion im Borussia-Park an der „Hennes-Weisweiler-Allee“. Eine Mannschaft aus ehemaligen Spielern des Vereins, die vorwiegend zu karitativen Zwecken auftritt, bildet die "Weisweiler-Elf".


1975 wechselte Weisweiler nach Spanien zum FC Barcelona. Der eigenwillige Don Hennes fühlte sich jedoch nie wirklich wohl beim Traditionsverein in Barcelona und hatte häufig Ärger mit dem Präsidenten und mit Johan Cruyff, dem großen holländischen Star des Klubs. Nach nur einem Jahr kehrte Weisweiler in die Bundesliga zurück − zum 1. FC Köln.

Die erste Saison in Köln 1976 stand im Zeichen des Zwists mit der Kölner Legende Wolfgang Overath, einem ebenso streitbaren Star wie Cruyff in Barcelona. Overath beendete seine Laufbahn zum Ende der Saison. Der Verein gewann unter Weisweiler den DFB-Pokal 1977.

Er formierte eine neue Mannschaft um Torhüter Harald Schumacher, Mittelfeldspieler Heinz Flohe und den neuen Torjäger Dieter Müller und gewann 1978 die bis heute letzte deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln. Weisweiler selbst beendete mit diesem Titel die von ihm eingeleitete Ära von Borussia Mönchengladbach. Außerdem gewann er in der gleichen Saison den DFB-Pokal und damit das Double. In der folgenden Saison kam er mit dem 1. FC Köln bis ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister (1978/79), ein Titel, den zu gewinnen ihm zeitlebens verwehrt blieb.

Während der Saison 1979/1980 endete die rheinische Ehe zwischen 1. FC Köln und Hennes Weisweiler: neuer Trainer in Köln wurde der DFB-Trainer Karl-Heinz Heddergott, Weisweiler wechselte in die USA zu Cosmos New York. Nach der Rückkehr aus den USA trainierte er noch in der Schweiz bei Grasshoppers Zürich. Dort verzeichnete er 1983 mit dem Double von Meisterschaft und Pokal seinen letzten Triumph.

 

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